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7 Dinge, die Sie bestimmt noch nicht über China wussten

von Mehr Anja Möser Produktmanagement Kenia, Tansania, Vietnam, Myanmar, China

22 Dezember 2016

Ich liebe es, mich vor einer Reise intensiv mit der Kultur und den Eigenheiten meines Reiseziels zu beschäftigen. Jedes Mal wieder erfahre ich jedoch die spannendsten, lustigsten und bizarrsten Geschichten im Land selbst – von meinen Guides, von Zufallsbekanntschaften und durchs Beobachten. Dieses Jahr war ich in China unterwegs und habe folgende Dinge gelernt:

Anja im Nationalpark

Anja im Nationalpark

Niemals mit der Beijinger U-Bahn zwischen 23 Uhr und 1 Uhr morgens fahren!

Dass Chinesen sehr spirituell sind, ist allgemein bekannt. Als die Metro gebaut wurde, waren die Bürger Beijings überzeugt, dass die Bauarbeiten die Geister der Verstorbenen in ihrer Ruhe störten. Sie befürchteten, dass die Geister sich durch den Lärm verirrten und nicht mehr zu ihren Gräbern zurück fänden. Um ihnen den Rückweg zu ihren ewigen Ruhestätten zu erleichtern, ließ man anfangs während der Geisterstunde von 23 Uhr bis 1 Uhr leere Züge durch die Tunnel fahren. Da aber im Großraum von Beijing mehr als 20 Millionen Menschen leben und die Metro sich sehr großer Beliebtheit erfreute, beförderten die Züge schon sehr bald zu allen Tageszeiten lebende Personen. Es ist zu befürchten, dass noch nicht alle umherirrenden Spukgestalten zurück gefunden haben und nun die unterirdischen Gänge heimsuchen. So kann es passieren, dass einem verlorene und vielleicht auch nicht immer wohlgesonnene Seelen in der U-Bahn während der Geisterstunde begegnen… Zumindest wird das gern behauptet.

U-Bahn Station Beijing

U-Bahn Station Beijing

Zeitmessung im chinesischen Altertum

Nun haben Sie gelernt, wann Sie die Metro unbedingt meiden sollten. Aber halt, wieso spreche ich von der Geisterstunde und schreibe von 23 Uhr bis 1 Uhr? Sie geht doch, wie allgemein bekannt, von Mitternacht bis 1 Uhr morgens! Nun ja, in China handhabt man viele Dinge anders… so auch die Zeit. Zumindest im chinesischen Altertum. Damals wurde die Zeit nicht im Stundentakt, sondern im Zweistundentakt gemessen.

Auch wenn der Tag heute in 24 Stunden und nicht mehr in zwölf Doppelstunden unterteilt wird, findet man immer noch hier und da Hinweise auf die damalige Zeitrechnung. Beste Beispiele hierfür sind die Geisterstunde sowie das chinesische Horoskop, das jeder Doppelstunde ein Tier und somit dem Tag 12 Tierarten, wie Ratte, Ochse und Tiger, zuteilt.

Wasserbüffel in China

Wasserbüffel in China

Das Geheimnis hinter der Stabilität der Großen Mauer …

… ist Reissuppe! Vor etwa 1.500 Jahren entwickelten die Chinesen ein ganz besonderes Rezept für außerordentlich strapazierfähigen und langlebigen Mörtel. Sie vermengten Klebereissuppe mit Kalk und erhielten dadurch einen extrem starken Baustoff. Er klebte die Ziegel der Großen Mauer so eng zusammen, dass selbst heute noch Unkraut kaum eine Chance hat.

Das Gemisch wurde auch für den Bau anderer bedeutender Gebäude, wie Pagoden, Grabstätten und Stadtmauern, verwendet. Einige der Bauten hielten sogar modernen Bulldozern und starken Erdbeben stand.

Chinesische Mauer

Chinesische Mauer

Der teuerste Tee der Welt

Tee ist das Nationalgetränk Chinas. Über die Jahrtausende hinweg hat sich eine faszinierende, aber sehr komplexe Teekultur mit vielen Verhaltensregeln entwickelt. Einige Sorten sollte man möglichst kurz nach der Ernte trinken. Dazu gehört zum Beispiel grüner Tee. Andere Sorten hingegen werden – wie guter Wein – mit den Jahren immer besser. Über weißen Tee sagen die Chinesen zum Beispiel, dass er im ersten Jahr einfach nur Tee ist. Im dritten Jahr ist er Medizin und nach sieben Jahren ist er ein Schatz.

Den höchsten Preis, der bislang für Tee bezahlt wurde, erzielte man auf einer Teeauktion im Jahr 1995. Für 20 Gramm blauen Tee von einem der sehr seltenen Mutterbäume bezahlte jemand unglaubliche 156.000 RMB. Zum aktuellen Wechselkurs entspricht dies einer Summe von 21.200€!

Tee in China

Tee

Tee so alt, wie die Terrakottaarmee

Da wir gerade beim Thema Tee sind… Die ältesten Teeblätter wurden im Grab von Kaiser Jingdi etwas außerhalb von Xi’an gefunden. Der Kaiser verstarb im Jahr 141 vor Christus. Somit ist der Tee mehr als 2.150 Jahre alt. Sie können die Ausgrabungsstätte selbst besuchen und einen Blick auf ihn und auf die anderen Grabbeigaben werfen. Dazu gehören unter anderem kleinere Versionen der weltweit berühmten Terrakottasoldaten.

Tee ist übrigens nicht das einzige sehr, sehr alte Lebensmittel, das man in China ausgegraben hat. Vor einigen Jahren entdeckten chinesische Archäologen eine 2.400 Jahre alte Schüssel voll Suppe. Das Bronzegefäß war luftdicht verschlossen, sodass die Knochensuppe sogar noch flüssig – wenn auch aufgrund von Oxidation grün – war. Die älteste Mahlzeit, 4.000 Jahre alte Nudeln, fand man im Jahr 2005 beim Gelben Fluss.

Teeplantage China

Teeplantage

Wissenschaftler aus China in Panda Kostümen

Riesenpandas gelten in China als nationales Heiligtum. Die ersten chinesischen Kaiser hielten sich diese sanftmütigen Tiere, da sie sie angeblich vor bösen Geistern und Naturkatastrophen bewahrten. In der jüngeren Geschichte wurden sie als Zeichen der Freundschaft von der Volksrepublik an andere Länder verschenkt. Mittlerweile werden einzelne Tiere oder Paare nur noch zeitweise an Zoos in aller Welt verliehen.

Um die Pandas vom Aussterben zu retten, gründete die Regierung mehrere wissenschaftliche Aufzuchtzentren. Damit sich die drolligen Babypandas nicht vor ihren Pflegern erschrecken und besser ausgewildert werden können, verkleiden sich die Wissenschaftler im Hetaoping Research and Conservation Center als Riesenpandas.

Übrigens: Die Bemühungen sind erfolgreich. Dank der verschiedenen Programme und der Aufforstung von Bambuswäldern gelten Panda´s seit 2016 als nicht mehr vom Aussterben bedroht.

Pandamutter

Pandamutter

Drei Jahre alte Babys

Das Alter einer Person wird in China anders als in Europa bestimmt. Die Zeit der Schwangerschaft wird in das offizielle Alter mit eingerechnet. Logischerweise müssten die Chinesen also am berechneten Tag der Empfängnis ein Jahr älter werden. Richtig? Falsch! Alle werden zum chinesischen Neujahr jeweils ein Jahr älter. In 2016 fiel der Neujahrstag dem Mondkalender entsprechend auf den 08. Februar und in 2017 fällt er auf den 28. Januar. Ein Baby, das am 07.02.2016 geboren wurde, feiert demzufolge Ende Januar 2017 seinen dritten „Geburtstag“.

Übrigens nicht nur in China, sondern auch in anderen asiatischen Ländern, zum Beispiel Vietnam, wird das Alter auf diese Weise berechnet.

Frau mit Kind in China

Frau mit Kind in China

Ich hoffe ich konnte Sie mit meiner Sammlung noch überraschen. Haben Sie vielleicht selbst noch so eine heitere oder skurrile Geschichte, die Sie gerne mit uns teilen möchten? Dann kommentieren Sie doch gerne unter diesem Blogbeitrag – wir freuen uns!

Sie haben Lust das asiatische Land auf eine ganz anderen Weise zu entdecken und die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten sowohl des alten als auch des modernen China zu erforschen? Wir haben die Reisebausteine für den Besuch der Chinesischen Mauer, der Terrakotta Armee und auch für den Besuch der Pandas für Sie.


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